Drei kurze Stücke über das Töten

von Neil LaBute

Ein Mann erzählt einem Fremden in einem Hotelzimmer eine Geschichte. Ein attraktives Studentenpaar berichtet über einen New York Aufenthalt. Und eine Frau legt ein Geständnis ab. Eine Suche nach der Wahrheit beginnt. Was haben die vier Menschen in ihrer Vergangenheit getan? Oder nicht getan? Sie haben nichts miteinander zu tun – stehen in keinerlei Zusammenhang zueinander. Aber trotzdem verbindet Neil LaBute diese drei Episoden so, dass dem Betrachter eine Wertung für die Welt, in der wir leben, nicht ausbleibt. Der junge Vater mit seiner Mischung aus Unbeteiligtheit und Rechtfertigung, das junge Paar, welches ohne Gewissensbisse von den New Yorker Geschehnissen berichtet und die Nachdenklichkeit, aber auch Gefühllosigkeit der Mutter des Vierzehnjährigen offenbart die Figuren als Zwitter aus Bös- und Gutmenschen. Sie sind sich ihrer Tat bewusst, empfinden aber keine Schuldgefühle und leben „normal“ mit ihren Erinnerungen weiter.

Neil LaBute, der für „Bash“ in der Kritikerumfrage von „Theater heute“ zum besten ausländischen Autor des Jahres 2001 gewählt wurde, führt Menschen mit einem Grad an moralischer Verstörung und gleichzeitiger Mittelmäßigkeit und Normalität vor, mit einer Bereitschaft zu Brutalität und einer Aura aus Harmlosigkeit, Alltäglichkeit und Freundlichkeit, mit einer Abgestumpftheit ihrer Gefühle und einer absurden Lebensbejahung“, die dem Zuschauer den Atem verschlagen werden.

 

„...noch Tage nach dem Theaterabend arbeiten sich Details immer wieder ins Bewusstsein. (...) In der Guckkastenbühne ist jede Interpretation vollkommen anders. Die erste spielt mit der Schwärze, die alles, auch den Schauspieler verschluckt, die zweite und dritte setzt einem Blutrot beißendes Weiß entgegen, das alles andere überblendet. (...) Allein oder zu zweit erzählen die Akteure (alle anders, alle brillant: Marco Janiel, Cäcilie Möbius, André Decker und Dorit Knoch) aus ihrem Leben, bis plötzlich die Bluttat hervorsprudelt. Zweimal biedere Eintracht und perfekter Schein, einmal die zerrissene Persönlichkeit unter der Maske einer starken Frau.“

Hellweger Anzeiger

 

 

Regie: Judith Binias, André Decker , Kirsten Ullrich-Klostermann

Es spielen: André Decker, Marco Janiel, Dorit Knoch & Cäcilie Möbius 

 

am: 28.01. & 18.02.07, um: 18:00 Uhr  

Gastspiel in der Rohrmeisterei Schwerte am: 31.01.07, um: 19:30 Uhr